WEIL DER STADT. Tosender Beifall am Ende einer rundum gelungenen Jazzmatinee mit Michael Lauenstein (Akkordeon), Sebastian Lilienthal (Saxofon), Peter Schönfeld (Bass) sowie Bernd Settelmeyer (Bass).
Das vor knapp anderthalb Jahren in Folge einer Esslinger Theaterproduktion entstandene Quartett präsentierte auf Einladung der Weiler Manufaktur in der Weil der Städter Landesakademie für politische Jugendbildung ein ebenso außergewöhnliches wie gelungenes Programm, beim dem durchweg Werke des 1902 geborenen amerikanischen Komponisten Richard Rodgers zu hören waren.
Mehr als 900 Titel hat Rodgers als einer der erfolgreichsten Komponisten der USA im Laufe seines Lebens geschrieben, nicht zuletzt die Musik zu mehr als 35 Broadway-Musicals hat der vielfältige Komponist bis zu seinem Tod im jahr 1979 verfasst – darunter so berühmte Stücke wie „The Lady Is A Tramp“, „My Funny Valentine“ oder „My Favorite Things“.
Mit dem Titel „Have You Met Miss Jones“ eröffnete das Quartett das kurzweilige Programm, das knapp 20 Titel umfasste und swingende Stücke ebenso beinhaltete wie romantische Balladen oder druckvolle Kompositionen, die der Gattung des Modern Jazz zuzurechnen sind. Dabei sind es insbesondere die gelungenen, auf Akkordeon, Saxofon, Bass und Schlagzeug zugeschnittenen Arrangements, die das Auditorium nicht nur gespannt lauschen machte, sondern regelrecht begeisterte und diesem auch regelmäßig Beifall und freudige Rufe für die gelungenen Soli entlockte.
Lassen schon dies solistischen Leistungen von Lauenstein, Lilienthal, Schönfeld und Settelmeyer aufhorchen, so ist es insbesondere das über weite Strecken perfekte und harmonische Zusammenspiel der vier Musiker, dass das Konzert zu einem echten Hörgenuss macht. Dies auch, da es nur wenige Formationen gibt, die Saxofon und Akkordeon auf solch gelungene Weise klanglich zusammenführen, wie es Lauer und Lilienthal zu tun verstehen.
In wunderbarem Dialog spielen sich die Musiker im Laufe des knapp zweistündigen Konzertes bei Stücken wie „This Can’t Be Love“, „I Could Write A Book“ oder den nach der Pause interpretierten Werken „Isn’t It Romatic“, „My Heart Stood Still“ oder dem zum Abschluss gespielten dynamischen „The Sweetest Sounds“ die Bälle zu und beweisen, dass sie Meister ihres Fachs sind.
Ganz gleich ob Lauenstein zurückhaltend oder kräftig in die Tasten seines wohlkilngenden Instrumenten greift, ob Lilienthal seinem Saxofon sanfte oder druckvolle Klänge entlockt oder aber Settelmeyer mit Schönfeld mit Schlagzeug und Bass die Kompositionen mit spielerischer Raffinesse nach vorne treiben: Stets überzeugen die vier Vollblutmusiker, deren Gastspiel in der Weil der Städter Landesakademie auch ihre Begeisterung für die Kompositionen Richard Rodgers von Anfang bis Ende offenbar werden lässt.
Gemäß der Weisheit „Schuster bleib bei deinen Leisten“ gibt es lediglich, wenn Lilienthal wie bei der Ballade „My Romance“ die Stimmbäder ins Schwingen bringt, statt dem Saxofon wundervolle Töne zu entlocken, kurze Momente, die deutlich machen, warum der Instrumentalist, der auch an der Weil der Städter Musikschule Saxofon unterrichtet, eher dem Blasinstrument als dem Gesang zugetan ist. Das Singen jedenfalls ist nicht Lilienthals Stärke.
Dem guten Gesamteindruck des Konzertes tat diese Einlage aber keinen Abbruch. Schade am Ende nur für die begeisterten Besucher: Mit dem Titel „It Might As Well Be Spring“ gab es nur eine einzige Zugabe zu hören. Auch alles Klatschen der Zuhörer vermochte das Quartett kein weiteres Mal auf die Bühne zu locken.

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