30. Oktober 2009

Bewusstsein für würdiges Sterben wecken

von Redaktion RegioNews CW

WEIL DER STADT. Unter dem Motto „END-lich leben – vom Altern und Sterben“ hat der ambulante Hospizdienst Weil der Stadt gemeinsam mit den Kirchengemeinden, der Volkshochschule und der Kulturverein Manufaktur eine Veranstaltungsreihe organisiert, mit der durch verschiedene Angebote eine Vielzahl von Menschen für das Themenfeld „Altern und Sterben“ sensibilisiert werden sollen.

Ein knappes Jahr haben insbesondere Iris Schnell vom ambulanten Hospizdienst und Angelika Brombacher als Leiterin der Volkshochschule-Zweigstelle Weil der Stadt die November-Veranstaltungen vorbereitet und hoffen nun darauf, großen Zuspruch zu erfahren.

„Oft wird das Sterbethema weit von sich weg geschoben“, weiß Iris Schell, die seit vergangenem Jahr die Geschäfte des seit zwei Jahren eigenständigen Hospizvereins führt. Ziel der gemeinsamen Veranstaltungsreihe sei es daher, deutlich zu machen, dass der Tod zum Leben gehöre und das Sterben in Würde erfolgen könne. Vorausgesetzt, man sei darauf vorbereitet. Dieser Vorbereitung dient die erstmals organisierte Veranstaltungsreihe mit acht Einzelveranstaltungen.

Mit einem Informationsabend rund um Patientenverfügungen und Vollmachten fällt am Donnerstag, 5. November, in der Aula des Schulzentrums der Startschuss für die abwechslungsreiche Reihe. Diese umfasst neben Vorträgen auch einen Film- und Theaterabend mit Diskussionen sowie zum Abschluss am 25. November eine Ausfahrt zur Fotoausstellung „Noch mal leben?“ im Haus der katholischen Kirche in Stuttgart.

„Wir wollten ein breites Spektrum abdecken und auch Menschen erreichen, die bisher wenig darüber nachgedacht haben, was es bedeutet in Würde zu sterben“, so Angelika Brombacher. Sie ist mit Iris Schell froh darüber, dass es gelungen ist, ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine u stellen, „auch wenn wir freilich gerne noch mehr gemacht hätten“, wie Schell unumwunden zugibt.

Insbesondere für Menschen mit Migrationshintergrund hätte das Organisationsteam gerne noch Zusatzangebote gemacht, „doch das wäre in diesem Rahmen alles zu viel geworden“, erklärt Schell. Sie ist übrigens gespannt darauf, wie die Angebote angenommen werden und welche Reaktionen es bei den Diskussionen gibt.

Gut findet Schell auch, dass während eines ökumenischen Gottesdienstes die Mitarbeiterinnen des Hospizdienstes, welche zuletzt ihre Ausbildung abgeschlossen haben, öffentlich in ihr Amt eingeführt werden. Oft würden Menschen, die mit Sterbenden arbeiteten nur Hintergrund und abseits aller Öffentlichkeit wirken.

„Es war uns schon lange ein Anliegen, das Thema stärker in die Öffentlichkeit zu bringen“, erklärt Angelika Brombacher, die wie Iris Schell nur zu gut weiß, dass es viele Unsicherheiten in der Bevölkerung gibt. Fragen rund um die Patientenverfügungen oder zu Ritualen im Trauerfall würden oft erst aufkommen, wenn es eine persönliche Betroffenheit gebe, dann aber sei es mitunter schwierig zu reagieren.

„Auch war es mir wichtig, dass das Thema des Sterbens und der Sterbebegleitung mal losgelöst von Hospiz- und Kirchenbereich ins Bewusstsein gerät“, so Schell. Denn: „Es geht jeden an – unabhängig von Glauben, Alter oder Nationalität.“

Im Detail finden folgende Veranstaltungen statt:

Donnerstag, 5. November, 20 Uhr, Aula des Schulzentrums Weil der Stadt:

„Vorsorgen statt abwarten“ – Informationsabend zu Patientenverfügung und Vollmachten (Eintritt 5 Euro)

Montag, 9. November, 20 Uhr, evangelisches Gemeindehaus Weil der Stadt:

„Den Abschied gestalten“ – Informationen zur Trauerbegleitung und über würdevolle und individuelle Bestattungsrituale (Eintritt frei)

Dienstag, 10. November, 19 Uhr, Kulisse Weil der Stadt:

„Harold und Maude“ – Filmabend mit Diskussion über das Thema Tod anhand des Kultfilms (Eintritt frei)

Freitag, 13. November, 20 Uhr, Aula des Schulzentrums Weil der Stadt:

„Gevatter Tod“ – Theateraufführung des Rock-Figurentheaters nach den Brüdern Grimm (Eintritt: 8 Euro plus einen Klösterle-Euro)

Mittwoch, 18. November, 20 Uhr, Brenzkirche, Weil der Stadt:

Ökumenischer Gottesdienst zum Psalm 90,12: „Lehre uns unsere Tage zählen, dann gewinnen wir ein weises Herz“

Donnerstag, 19. November, 20 Uhr, evangelisches Gemeindehaus Weil der Stadt:

„Wenn unsere Eltern älter werden“ – psychologische Auseinandersetzung und Diskussion zum Altwerden (Eintritt: 4 Euro)

Montag, 23. November, 20 Uhr, evangelisches Gemeindehaus Weil der Stadt:

„Wenn Kinder de Tod begegnen…“ – Informationsabend zur Trauerbewältigung von Kindern nach dem Tod von Eltern oder Geschwistern (Eintritt: 4/2 Euro)

Mittwoch, 25. November, 17.15 Uhr, Treffpunkt Bahnhof Weil der Stadt:

Besuch der Fotoausstellung „Noch mal leben?“ des Fotografen Walter Schels im Haus der katholischen Kirche Stuttgart (Eintritt und Führung: 9 Euro).

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