PFORZHEIM. Durch seine verrückten Radio-Telefonate, die allesamt mit „Panzer, ich begrüße Sie…“ beginnen, ist Dieter Tappert alias Paul Panzer als Telefonterrorist zu Ruhm gelangt. Längst treibt der Schauspieler und Stand-Up-Comedian aber nicht mehr nur im Rundfunk seine Späße.
Wie bereits im vergangenen Jahr, so strapazierte Panzer jetzt erneut im Pforzheimer CCP mit dem Programm „Endlich Freizeit – nichts als Stress“ die Lachmuskeln seiner Fans. Der Humor, den der dezent lispelnde Panzer im Gepäck hatte, kam an: Mit tosendem Beifall und fröhlichem Gejohle dankte das Publikum für das Programm, bei dem ein buntes Potpourri an Alltagssituationen gehörig auf die Schippe genommen wurde.
Panzer ist ein ausgefuchster Lachmacher, der es mit seinem lachreizenden Sprachfehler stets schafft, das Publikum für sich zu gewinnen. Ganz gleich ob er Kindersendungen früherer Jahre wie Flipper oder Augsburger Puppenkiste („Augsburger Kistenpoppen“) gelungen imitiert und karikiert, ob er die Fettleibigkeit der heutigen Jugend thematisiert und es als peinlich wertet, wenn der Kapitän beim Anflug auf den Flughafen ihn darum bittet, Sohn Bolle auf die andere Seite des Fliegers zu setzen, damit man nach Frankfurt eindrehen kann, oder aber mal mit Männern, mal mit Frauen im Wechselspiel seine Späße treibt: Stets geraten die Zwerchfelle ins Beben und Panzer freut sich ungemein, wenn das Publikum vor lachen hickst, gluckst und grunzt.
Panzer beschäftigt sich auf eindrückliche Weise mit dem Freizeitverhalten der Deutschen und führt augenzwinkernd und vor Augen, dass unsere Gesellschaft in der Disziplin des Freizeitgestaltens Meisterqualitäten hat. Ob „Wellnetz und Fitneztstudio“ („wir geben da wahnsinnig viel Geld aus, um schön zu werden – am Ende ist aber nur das Geld weg“) oder Bungeejumping von Schwangeren („das führt zu Sturzgeburten“): Paul Panzer lässt thematisch kaum einen Bereich aus, um Absurditäten auf die Bühne zu bringen. Nicht zuletzt erntet er viele Lacher, wenn er das „Nordic Walxing“ als frühere Übung der Mitarbeiter des Grünflächenamtes bezeichnet, mit der sie die Abfälle eingesammelt haben.
www.paulpanzer.de
Panzer schwadroniert wortakrobatisch durch die Welt der Strafzettel verteilenden „Politetzen“ („die werden nicht ausgebildet, sondern abgerichtet“) und hat das Publikum ganz in seinem Bann, wenn er von Erlebnissen auf der „Hamburger Repserbahn“ berichtet, wo er nicht nur im vermeintlichen Handarbeitsgeschäft „Sodom und Angora“ kuriose Erlebnisse gemacht hat und diese mit genial gespielter Naivität schildert.
Ein ebenso gelungener wie kurzweiliger Abend, der qualitativ den Vorjahresauftritt bei weitem überflügelt hat und am Ende zu recht lautstark bejubelt wurde.

Was halten Sie davon?
Schreiben Sie uns Ihre Meinung und unterhalten Sie sich mit anderen über das Thema.
Die Kommentarfunktion ist zur Zeit leider deaktiviert.