BAD LIEBENZELL. Insgesamt 20 Mitglieder des SPD-Ortsvereins Bad Liebenzell/Unterreichenbach waren am vergangenen Freitag in die Weinstube „Zum Bacchus“ in Bad Liebenzell gekommen, um ihr Votum zum SPD-Landesvorsitz an der roten Urne abzugeben.
Nach dem Rücktritt von Ute Vogt hatte die Landespartei entschieden, bei der Besetzung dieser Spitzenposition die Mitglieder bestimmen zu lassen. „Unser Wahlverfahren ist zwar deutlich aufwändiger und langwieriger als das, das bei der Nachfolge von Günther Oettinger angewendet wurde, aber auch deutlich demokratischer“, hebt Saskia Esken, Vorsitzende des Liebenzeller Ortsvereins, hervor.
Die Genossen hatten die Möglichkeit, per Briefwahl abzustimmen oder ihre Stimme bei einer Urnenwahl abzugeben. Die Verfahrensweise lag ganz in der Hand der Ortsvereine. In Bad Liebenzell hatte man sich dazu entschieden, die Mitglieder zu einem Herbsttreffen mit Urnenwahl einzuladen und fand große Resonanz. Die Veranstaltung wurde aber nicht nur zur Wahl des neuen Landesvorsitzenden genutzt. Auch wurde über den von Saskia Esken gegebenen Bericht vom Bundesparteitag in Dresden rege diskutiert.
Mit 20 alleine an der Wahlurne abgegebenen Stimmen haben die Bad Liebenzeller Genossen eine Wahlbeteiligung von 58 Prozent erreicht und haben damit die Nase vorn: Im Kreis und im Land wurden durchschnittlich 47 Prozent der Mitglieder mobilisiert. „Dabei sind die Briefwähler bei uns noch nicht einmal eingerechnet“, so Saskia Esken. In ihrem Votum haben die Liebenzeller Genossen allerdings ganz anders entschieden als die Mitglieder in Kreis und Land: Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Nils Schmid erhielt im Land 46 Prozent der Stimmen, im Kreis waren es sogar 49 Prozent. Damit hat er das Rennen um den Landesvorsitz für sich entschieden. In Bad Liebenzell hatten dagegen 47 Prozent für die Ulmer Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis gestimmt.
Bei einem ordentlichen Landesparteitag in Karlsruhe wird am Wochenende nun formal über den Landesvorsitz abgestimmt. Auch Stellvertreter, Schatzmeister und Beisitzer, also der gesamte Landesvorstand, wird dann aus einer großen Zahl von Bewerbern neu gewählt werden, „darunter auch aus Bewerber aus dem Kreis Calw“, wie die Ortsvereinsvorsitzende aus Bad Liebenzell mitteilt.

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