23. November 2009

Telearbeit im Landratsamt Calw – Vereinbarkeit von Familie und Beruf

von Redaktion RegioNews CW

KREIS CALW. Familie und Beruf, Kinder und Karriere – Claus-Dieter Wälder, Leiter der Führerschein- und Zulassungsstelle im Landratsamt Calw, bekommt bestens alles unter einen Hut. „Alternierende Telearbeit“ macht’s möglich.

Claus-Dieter Wälder an seinem Heimarbeitsplatz

Claus-Dieter Wälder an seinem Heimarbeitsplatz

Das Landratsamt bietet seinen Büromitarbeitern die Option, teilweise von zu Hause aus zu arbeiten, im Homeoffice. Claus-Dieter Wälder kann seiner kleinen Tochter Sofia nahe sein und gleichzeitig den beruflichen Pflichten nachkommen.

DSL 2000 und ausgeklügelte Sicherheitssysteme erlauben ihm den vollen, geschützten Zugriff auf Programme und Daten des Landratsamts, so als säße er in seinem Calwer Büro. Den größten Teil der internen Kommunikation mit seinen 32 Mitarbeitern bestreitet er längst schon per E-Mail, Anrufe von außen werden einfach an Claus-Dieter Wälder weitergeleitet. „Bis 16 Uhr bin ich auf jeden Fall präsent“, sagt Wälder. Ansprechbar zu sein, das ist ihm wichtig. Und die Zeit, die er für das Wickeln der sieben Monate alten Sofia oder Essen machen aufwendet, die arbeitet er noch am selben Tag nach. „Da kann’s abends durchaus später werden.“

In der neuen Dienstvereinbarung des Landratsamts sind Ziele, Voraussetzungen und Bedingungen für Telearbeit festgelegt. Bessere Vereinbarkeit von Familienleben und Beruf, größere Flexibilität bei den Arbeitszeiten, Reduzierung der Umweltbelastung durch weniger Fahrten zum Landratsamt sowie die Steigerung der Attraktivität des Landratsamts Calw als kinder- und familienfreundlicher Arbeitgeber sind unter anderem die Beweggründe gewesen, Telearbeit möglich zu machen.

Wer Telearbeit in Anspruch nehmen möchte, stellt einen schriftlichen Antrag. Bewerber müssen ein Bereich nachweisen, in dem sie ungestört arbeiten können und der den arbeitsrechtlichen Bestimmungen entspricht. Benötigt werden neben einem DSL-Anschluss Hausrats- und Gebäudebrandschutzversicherungen. Claus-Dieter Wälder erfüllt die Bedingungen, arbeitet in seinem Büro im Dachgeschoss am Laptop und schließt ab, wenn er es verlässt. „Ich vertraue meiner Frau Patrizia uneingeschränkt“, sagt er. „Trotzdem ist das Büro zu, wenn ich nicht da bin. Der vollständige Datenschutz ist gesichert.“

Höchstens 50 Prozent der Aufgaben werden in Telearbeit verrichtet, Claus-Dieter Wälder macht Dienstag- und Mittwochnachmittag davon Gebrauch. Die Rahmenarbeitszeit des Landratsamts muss laut Dienstvereinbarung eingehalten werden, ebenso sind Pausen vorgeschrieben. An Sonn- und Feiertagen ruht die Arbeit. Um die Erreichbarkeit für Kunden sicherzustellen, werden Zeiten vereinbart, zu denen der Telearbeiter angerufen werden kann. Telefon und technische Ausstattung stellt das Landratsamt nicht nur, sondern auch wartet und bezahlt sie auch. Im Gegenzug übernimmt der Telearbeiter die Kosten für Energiekosten, Büromöbel und Arbeitsraum.

Für Claus-Dieter Wälder, Ehefrau Patrizia Cerabona-Wälder und ihre kleine Sofia bringt Telearbeit eine Menge Vorteile. Die Eltern können sich viel variabler organisieren, zumal Patrizia Cerabona-Wälder Inhaberin eines Frisörsalons ist, in dem sie trotz Mitarbeiterinnen immer wieder anwesend sein sollte. „Es ist einfach eine tolle Möglichkeit.“ Schon seit vier, fünf Jahren werden solche Arbeitsmodelle im Landratsamt Calw durchdacht. In Einzelfällen gab es auch schon Heimarbeit. Neue technische Mittel, der umfassende Zugriff auf die erforderlichen Daten in Echtzeit, haben Heimarbeit für das Landratsamt Calw zu einer echten Option werden lassen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Was halten Sie davon?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung und unterhalten Sie sich mit anderen über das Thema.

Die Kommentarfunktion ist zur Zeit leider deaktiviert.