8. Februar 2010

Hausdurchsuchung in Gechingen: Frisierte Papiere gesucht, Langwaffen gefunden

von Redaktion RegioNews CW

GECHINGEN/CALW. Mit frisierten Büchern hatten sie gerechnet – statt dessen stießen Steuerfahnder bei einer Hausdurchsuchung in Gechingen auf Gewehre. Unerlaubter Waffenbesitz lautete jetzt die Anklage vor dem Calwer Amtsgericht.

Unstimmigkeiten in der Buchführung riefen bei einem Unternehmer hatten die Steuerfahndung auf den Plan gerufen. Bei der Hausdurchsuchung im Mai vergangenen Jahres stellten die Beamten des Finanzamtes Pforzheim dann jedoch Waffen sicher.

„Er gab an, die Waffen legal – auch ohne Berechtigungskarte – zu besitzen“, berichtete einer der Beamten dem Richter vom Fund zweier so genannter Langwaffen neben einem Tresor. Es handelte sich um ein Luftdruckgewehr sowie ein Kleinkaliber, bei dem die Seriennummer heraus gefräst war. Nach Rücksprache mit der Calwer Polizei habe er dann die Waffen sowie im Tresor befindliche Munition eingezogen.

Einem späteren Strafbefehl wegen des unerlaubten Besitzes begegnete der 56-jährige Angeklagte mit einem Einspruch. „Bis Ende Dezember hätte ich die Waffe abgeben können“, berief er sich auf die Amnestie, die nach dem Amoklauf in Winnenden im vergangenen Jahr ausgelobt wurde. Besitzer unerlaubter Waffen konnten diese beim Landratsamt abgeben, ohne strafrechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen.

„Da die Waffe vor einer Abgabe entdeckt wurde, haben Sie keinen Anspruch auf Amnestie“, hielt Staatsanwalt Ivo Neher dem Angeklagten entgegen. Deshalb ließ Neher sich auch nicht auf eine Einstellung des Verfahrens ein, wie der Verteidiger anregte. Widerwillig zog der Unternehmer schließlich seinen Einspruch zurück und muss nun eine Geldstrafe von 1.500 Euro zahlen.

(Text: Steffi Stocker)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Was halten Sie davon?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung und unterhalten Sie sich mit anderen über das Thema.

Die Kommentarfunktion ist zur Zeit leider deaktiviert.