SCHÖMBERG. Fehlverhalten bei der Ausübung seines Amts hat laut Anwalt der Gemeinde Schömberg zum Rauswurf des Kurgeschäftsführers Torsten Zink geführt. Details bleiben unbekannt.
Anfang Dezember hatte Zink seine Kündigung von der Gemeinde erhalten. Den Rauswurf zum Ende des kommenden Monats nimmt er nicht hin. Deshalb trafen sich die Parteien am heutigen Montag vor dem Arbeitsgericht in Pforzheim. „Das Vertrauensverhältnis ist getrübt“, sagte Frank Müller, Anwalt der Gemeinde Schömberg. Sowohl die Führung seines Aufgabenbereichs als auch die Erfüllung von Aufträgen und Berichterstattung seien zu bemängeln.
Gleichzeitig betonte Müller, dass es entsprechende Gespräche gegeben habe und der Gemeinderat den Schritt in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen hatte. Die Frage der vorsitzenden Richterin Petra Selig nach einer Abmahnung im Vorfeld verneinte er.
„Ich weiß bis heute keinen konkreten Kündigungsgrund“, konstatierte indes Zink, der eine politische Motivation vermutet. Schließlich habe sich „durch seine Aktivität hat sich wirtschaftliche Situation für die lokalen Händler verbessert“, wie Zinks Anwalt Alexander Bregler sagte. „Vielleicht wittert die Bürgermeisterin Konkurrenz“, mutmaßte er, zumal der noch amtierende Kurgeschäftsführer viel erreicht und Ansehen in der Bevölkerung gewonnen habe.
Müller hielt dem entgegen, dass die Kündigung vom Gemeinderat beschlossen worden sei, nicht von Bürgermeisterin Bettina Mettler.
Gleichzeitig berichtete Zink, dass ihm vorgeworfene Budgetüberschreitungen nicht nachgewiesen werden konnten, wie er in jener Sitzung dargelegt habe. „Es wurde eine Prüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt veranlasst“, konterte Anwalt Müller, ohne jedoch darüber Auskunft zu geben, ob diese allgemeiner Art sei oder nur den Arbeitsbereich Zinks beträfe.
Der Kurgeschäftsführer beruft sich auf seinen Vertrag bis 2013 und lehnt eine Abfindung ab. „Dann beantrage ich einen Auflösungsantrag“, stellte Müller in Aussicht. Vor diesem Hintergrund forderte Richterin Selig die Gemeinde auf, die Kündigungsgründe bis Mitte März zu konkretisieren. Zu einem Folgetermin am 20. Mai ordnete die Richterin zudem das persönliche Erscheinen von Bürgermeisterin Bettina Mettler an, die gestern durch Hauptamtsleiterin Evelyn Foerster vertreten war.
„Was es braucht, um in meinen Themen und Feldern vorwärts zu kommen, wird massiv gebremst“, sagte Zink im Anschluss. Er verwies auf die Notwendigkeit für Schömberg und die Region um konstanten Aufbau für Tourismus. „Es gibt keinen Moment der Ruhe“, stellt er zudem die derzeitige Situation dar, in der es eigentlich die Änderung der bestehenden Strukturen gehen müsse. Zink kann die Haltung nicht nachvollziehen.
Update 17.20 Uhr: Unmittelbar nach dem so genannten Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Pforzheim wurde Torsten Zink von der Gemeinde Schömberg frei gestellt. Der Kurgeschäftsführer musste unter den Augen der Verwaltung sofort sein Büro räumen.
Mit einem Schreiben und sofortigem Vollzug wurde Zink mit der Maßnahme konfrontiert. Seine persönlichen Sachen konnte er zusammen raffen und musste das Haus verlassen. Er ist als Kurgeschäftsführer der Gemeinde Schömberg demnach nicht mehr erreichbar.
Über die Hintergründe lässt sich nur spekulieren, zumal der Anwalt der Gemeinde in der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht nur vage Stichworte als Kündigungsgründe äußerte. Wenn diese so gravierend sind, dass Zink in seinem Arbeitsbereich manipuliert hat, hätte die Freistellung schon Anfang Dezember erfolgen müssen. Andererseits steht die Ankündigung des Anwalts zur Prüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt im Raum.
(Text und Foto: Steffi Stocker)


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