| 8. Februar 2010 | ||
| 18:00 |
CALW. „Wir können alles … außer Bildung!“ Unter diesem Motto rufen die Elternvertreter am Calwer Hermann-Hesse-Gymnasium am 8. Februar, 18 Uhr, zur Montagsdemonstration auf dem Marktplatz auf.
Von einem „ständigen Kampf um die Gestaltung des Mangels an Lehrern, an Zeit und Geld“ sprechen die Initiatoren um Elternbeiratsvorsitzende Saskia Esken. „In unseren Augen ist die Bildungspolitik im Lande Baden-Württemberg allenfalls mangelhaft.“
Lesen Sie den Rundbrief
„Sind Sie auch stinksauer? Dann machen Sie Ihrem Unmut Luft!“, heißt es in dem Demoaufruf. Wofür man eintreten will, ist formuliert: gute Ausbildung und Einstellung von genügend Lehrern und damit guter und verlässlicher Unterricht, genügend Krankheitsstellvertreter – gegen massenhaften Unterrichtsausfall sowie gegen “eine Bildungspolitik, die den Schein wahren will, wo doch jedes Kind sehen kann, dass der Kaiser keine Kleider am Leib hat!“.
„Im Lichte der Imagekampagne des Kultusministeriums und der Zustände an unserer und anderen Schulen hat uns Elternvertreter vom Hermann Hesse-Gymnasium in Calw der Zorn gepackt“, schreibt Saskia Esken an die Medien.
Zur Situation der Lehrerversorgung am Hermann Hesse-Gymnasium in Calw: „Derzeit haben wir 4 Langzeiterkrankungen mit jeweils vollem oder fast vollem Deputat, das bedeutet, dass pro Woche regelmäßig 100 Unterrichtsstunden nicht stattfinden könnten, wenn nicht Lehrer des HHG zur Aufstockung ihres Deputats oder zur Mehrarbeit bis über die Grenzen ihres bereits vollen Deputats bereit wären.“ Auf diesem Weg könne etwa die Hälfte der 100 Stunden aufgefangen werden.
Demonstrationsaufruf am Hermann Hesse Gymnasium - halten Sie diesen Schritt für den richtigen Weg?
- Ja, die Demo wird was bewegen! 50%, 5 Stimme(n)
- Ja, aber es wird kaum was passieren. 40%, 4 Stimme(n)
- Nein, da werden nur weitere Stunden vergeudet. 10%, 1 Stimme(n)
Bei dieser Umfrage beteiligten sich 10 Personen.
„Wegen unserer besonders elenden Situation haben wir nach der tatsächlich ausgesprochenen Sperre über die Schöpfmittel für Nebenlehrer schon wieder mehrere Nebenlehrerverträge über insgesamt ca. 20 Wochenstunden abschließen können. Bleiben also 30 Stunden, die effektiv ausfallen – zusätzlich zu denen, die durch kurzfristige Erkrankungen, Fortbildungen und außerunterrichtliche Veranstaltungen verursacht werden.“
Solcher Unterrichtsausfall komme zum einen Teil sehr spontan daher, zum anderen Teil wäre er im Prinzip planbar. Da aber alle Reserven bereits für den Unterrichtsausfall durch Langfristerkrankungen und Schwangerschaften aufgebraucht seien, „ist hier an eine Vertretung in keinem Fall zu denken“.
Von einem regelmäßigen Stundenplan könne also nicht mehr die Rede sein kann. „Unsere Kinder gehen später hin und kommen (manchmal überraschend) früher nach Hause – oder sie sitzen in der Schule und werden beaufsichtigt.“ Die Schüler könnten den Wert von Unterricht und von Bildung insgesamt nicht mehr wirklich ernst nehmen – es fällt ja sowieso wieder aus.
Das alles sei nicht „hausgemacht“, sondern werde von der (Bildungs-)politik billigend in Kauf genommen in der Hoffnung auf bessere Zeiten nach dem doppelten Abiturjahrgang 2012 – bis dahin scheint ein rigoroser Einstellungsstopp zu gelten. „Da darf einen die Imagekampagne der Landesregierung mit dem Tenor ,Bildung: sehr gut’ doch ein bisschen zornig machen …“

Hmm…. Streik bedeutet im Arbeitsleben, dass man zwar nicht wirlich schafft, aber das man da sein MUSS. Nach der Aufforderung jedoch werden sicher einige zu Hause bleiben
…
Mich würden jetzt ein paar Comments von HHGlern interessieren
…
Bitte nicht Demo mir Streik verwechseln…
Stimmt… Streik heißt nicht Demo. Wahrscheinlich werden aber trotzdem einige SchülerInnen diesen Rundbrief zu ihren Gunsten nutzen und daheim bleiben… oder?
Na um 18 Uhr wird es nicht mehr viel Unterricht geben, den man auslassen könnte.
Oops, mal wieder zu schnell zwischen den Zeilen gelesen…
Schande auf mein Haupt…
Dann aber andersrum: Es wird keiner kommen, weil alle um 18 Uhr was besseres zu tun haben (lernen sicher nur wenige, aber man hat jja ein Privatleben heutzutage…)